Viscoelastische Matratzen vermitteln ein einzigartig schwebendes Liegegefühl.
Doch ist dieses für jeden gleichermaßen geeignet?

Viscoelastische Matratzen unterscheiden sich im Liegegefühl am deutlichsten von allen anderen Matratzenarten.

Wenn man sich mit verbundenen Augen nacheinander auf eine Federkern-, eine Kaltschaum- und auf eine Latexmatratze legen würde, wäre es gar nicht so einfach, den jeweiligen Matratzentyp zu bestimmen.

Bei der Federkernmatratze würde man es eventuell noch am leichten Nachschwingen spüren können. Zwischen Schaumstoff- und Latexmatratze würde es auf jeden Fall, selbst für den Fachmann, sehr schwierig einen Unterschied festzustellen.

Alle, die gezielt auf der Suche nach geeigneten Viscomatratzen oder Viscoauflagen sind, werfen doch bitte mal einen Blick auf die folgende Tabelle. Hierbei handelt es sich um die geprüften Empfehlungen unseres Experten-Teams:
Produkt Matratze Innovation Visco-Gelschaum Viscoelastische Matratzenauflage mit Memory-Foam-Effekt
Preis ca. 110 € ca. 75 €
Marke Sleepling Dailydream
Höhe 25 cm 5 cm
Unser Kommentar Viscoschäume passen sich wie eine Gussform dem Körper an. Visco-Matratzen bestehen i. d. R. aus einer Schicht Schaumstoff, auf die eine Visco-Auflage aufgebracht ist. Der Schaumstoff stützt den Körper, die Viscoschicht passt sich dem Körper an und vermeidet Druckstellen. Der Viscotopper besteht durchgehend nur aus Viscoschaum. Der Topper ist viel dünner als eine Matratze, da er nur als Auflage dient, um die Oberfläche einer Matratze softiger und anpassungsfähiger zu machen und Druckstellen zu vermeiden.
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Einzigartiges Liegegefühl - Selbst mit verbundenen Augen zu spüren

Ganz anders ist dies bei viscoelastischen Matratzen. Der Viscoschaum formt sich, leicht zeitverzögert, fast wie eine Gussform den aufliegenden Körperteilen an.

Dabei reagiert er auf Körperwärme und auf das Gewicht des Schläfers:


Man legt sich auf die Matratze und der Körper beginnt langsam in die Matratze einzusinken. Dies ist der sogenannte Viscoeffekt. Nach einer mehr oder weniger langen Zeitspanne ist dann die Einsinkphase beendet und man liegt wie umschlossen von Morpheus’ Armen.

Charakteristisch bei viscoelastischen Matratzen ist, dass dieser Effekt von der Temperatur abhängt. Je wärmer es ist, desto schneller findet die Anpassung der Matratze an den Körper statt. Ist es kälter, dauert es entsprechend länger.

Im ersten Moment fühlt sich die Oberfläche bei kalten Temperaturen fester an, so dass man denken könnte, die Matratze hätte mit einem Mal eine andere Liegehärte.


Wenn's wärmer ist, geht's schneller

Unabhängig von der Umgebungstemperatur und unterstützt von der Körpertemperatur findet der Liegende letztendlich aber immer die gleiche Endposition. Nur die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, ist unterschiedlich schnell.

Generell werden viscoelastische Matratzen u. a. aufgrund der sehr großflächigen Anformung an den Körper als relativ warm empfunden. Viele Menschen schätzen dies, starke Schwitzer sollten es aber bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen.

Durch diese besonders punktgenaue Anformung, werden exponierte Körperpartien wie Rücken, Hüfte, Schulter und Arme natürlich sehr gut durchblutet. Der Schläfer muss sich nicht so häufig umdrehen, um diese Stellen zu entlasten und der Schlaf kann insgesamt ruhiger werden.

Es dauert jedoch nicht nur diesen kleinen Moment bis sich das Viscomaterial angeformt hat, sondern ebenso dauert es auch ca. 1 bis 3 Sekunden, bis es sich wieder in seine Ursprungsform zurückstellt.

Matratzen sind natürlich nicht alleine zum Schlafen da. Ob die beschriebenen Eigenschaften die zweisamen Momente im Leben eher beflügeln oder hemmen, ist sicherlich jeweils unterschiedlich.


Ein bisschen Geduld sollte man schon mitbringen – Es lohnt sich

Viscoelastische Matratzen unterscheiden sich also vom Liegegefühl her deutlich von anderen Matratzenarten. Sie bedürfen im Allgemeinen einer etwas längeren Eingewöhnungsphase als andere Modelle.

Diese ungewöhnlichen und andersartigen Liegeeigenschaften begeistern viele Menschen. Wer jedoch Neuem gegenüber zurückhaltend ist und eher zu vorsichtigen Entscheidungen neigt, sollte dies auch bei der Wahl der Matratzenart mit berücksichtigen.


Wie sind viscoelastische Matratzen aufgebaut?

Ursprünglich stammen die viscoelastischen Schaumstoffe aus der amerikanischen Raumfahrttechnik. Dieses Hightech-Material wurde dort dazu entwickelt, den Astronauten die enormen Anpressdrücke beim Raketenstart erträglicher zu machen.

Schnell stellte man fest, dass dieser Effekt auch beim Liegen auf Matratzen sehr hilfreich sein kann.

In Matratzen kommen diese Schaumstoffe aber niemals ausschließlich zum Einsatz, weil das Material alleine keinen ausreichenden Gegendruck bietet. Deshalb werden in der Regel viscoelastische Schaumstoffschichten mit einer herkömmlichen Schaumstoffplatte verschweißt.

Je stärker der oben beschriebene Viscoeffekt ausgeprägt sein soll, desto dicker muss die viscoelastische Schicht sein (z. B. 8 cm Viscoschicht aufgebracht auf 10 cm herkömmliche Schaumstoffschicht). In diesem Fall ist diese Schicht nur einseitig aufgebracht, u. a., weil die Matratze sonst viel zu dick würde. Die Matratze ist dementsprechend für eine einseitige Benutzung ausgelegt.


Visco-Matratzen in Reinform

Viscoelastische Matratzen in dieser Ausführung sind empfehlenswert für Menschen, bei denen starke Schmerzen und schwerere Erkrankungen oder auch Bettlägerigkeit im Vordergrund stehen. Motto: Druckentlastung geht vor Bewegungsfreudigkeit. Eine etwas eingeschränkte Beweglichkeit auf der Matratze wird in diesen Fällen oft als weniger wichtig angesehen.

Die Viscoschicht kann natürlich auch dünner ausgelegt werden. Dementsprechend geringer ausgeprägt ist dann auch das viscotypische Liegegefühl. Je dünner diese Schicht ist, desto mehr bekommt die Matratze den Charakter einer normalen, konventionellen Liegeauflage, auf die man nur eine Druck entlastende Zusatzauflage aufgelegt hat.


Die Variante für gemäßigte Typen

Dieser Aufbau ist eher aktiven Menschen zu empfehlen, die sich viel im Bett bewegen. Dies könnte z. B. bei ansonsten gesunden Menschen der Fall sein, die aber gelegentlich über Rückenbeschwerden, taube Arme, usw., klagen.

Wenn die Schichten dünner sind, werden diese bei den meisten Modellen auch gleich doppelt aufgebracht, eine auf jeder Seite. Die Matratze ist entsprechend wieder für eine beidseitige Benutzung ausgelegt.



Auch hier ist das Raumgewicht wichtig

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal für viscoelastische Matratzen ist, ebenso wie beim Kaltschaum, das Raumgewicht. Das Raumgewicht, abgekürzt RG, gibt an, wie viel Material pro Raumeinheit verschäumt wurde. Angegeben wird es in den Einheiten Kilogramm pro Kubikmeter (Kg/m³).

Die Werte liegen hier in der Regel etwas höher als bei Kaltschäumen. Akzeptable Qualitäten fangen hier erst bei über 50 Kg/m³ an. Höchste und dementsprechend auch teure Qualitäten liegen sogar bei 85 kg/m³.

Viscoelastische Matrazen haben eine mittlere Biegefähigkeit. Sie sind also durchschnittlich geeignet für verstellbare Lattenroste.

Für die Lattenroste gilt das Gleiche wie für Kaltschaum- oder Taschenfederkernmatratzen. Der Leistenabstand sollte 3 bis max. 4 cm nicht überschreiten. Auf eine gute Belüftung der Matratze auch von unten sollte geachtet werden.


Zusammenfassung

Vorteile:

  • Optimale Druckentlastung und Gewichtsverteilung
  • Gute Regeneration der Wirbelsäule, besonders der Bandscheiben
  • Allergieneutral

Daher besonders zu empfehlen:

  • Für besonders druckempfindliche Menschen
  • Bei orthopädischen Problemen (z. B. Rückenschmerzen, Gelenkserkrankungen, usw.)
  • Durchblutungsstörungen
  • Taube Hände, Arme und Beine
  • Armkribbeln, u. ä.

Mögliche Nachteile:

  • Für stark schwitzende Personen weniger geeignet
  • Für unruhige Schläfer weniger empfehlenswert. Das häufige Herumdrehen im Bett ist erschwert
  • verhältnismäßig teuer


Von uns empfohlene Visco-Matratzen (Tabelle)

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